Folge 96: Immer ist die andere Abteilung schuld und wie Führungskräfte mit Beschwerden im Team richtig umgehen(23. August 2026)

Kennen Sie das?

„Die IT reagiert nie rechtzeitig.“ 

„Der Vertrieb gibt uns die Informationen immer zu spät.“ 

„Die Buchhaltung macht alles unnötig kompliziert.“ 

Solche Aussagen hören Führungskräfte im Arbeitsalltag immer wieder. Natürlich können Beschwerden berechtigt sein. Wenn aus einzelnen Problemen jedoch pauschale Vorwürfe werden, entsteht schnell ein „Wir gegen die“-Gefühl und die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen wird zunehmend schwieriger. 

Ein Praxisbeispiel zeigt, wie wichtig es ist, genauer hinzuschauen. Ein Team beschwerte sich regelmäßig über die IT, weil technische Anfragen angeblich zu langsam bearbeitet wurden. Erst als die Führungskraft konkrete Fälle abfragte, wurde deutlich, dass es tatsächlich Verzögerungen gab, gleichzeitig aber auch Unklarheiten darüber bestanden, welche Anfragen dringend waren und welche Informationen die IT für eine schnelle Bearbeitung benötigte. Das Problem war also nicht einfach „die IT“. Es ging vielmehr um Prozesse, Prioritäten und Kommunikation. 

Die 4,33 Erfolgsfaktoren aus dieser Folge:

Tipp 1 

Fragen Sie bei Beschwerden immer nach konkreten Beispielen und lassen Sie sich erklären, was tatsächlich passiert ist, bevor Sie ein Urteil fällen. 

Tipp 2 

Trennen Sie Fakten von Bewertungen. „Die IT ist unfähig“ bringt niemanden weiter. „Das Ticket wurde erst nach drei Tagen bearbeitet“ ist eine konkrete Information, mit der gearbeitet werden kann. 

Tipp 3 

Hören Sie auch die andere Abteilung an. Häufig haben beide Seiten nachvollziehbare Gründe und unterschiedliche Prioritäten. 

Tipp 4 

Fragen Sie Ihr Team: „Was brauchen Sie konkret von der anderen Abteilung, damit die Zusammenarbeit künftig besser funktioniert?“ 

Tipp 4,33 

Erlauben Sie Beschwerden, aber fördern Sie keine Feindbilder. Ein Problem zwischen Abteilungen sollte gemeinsam gelöst werden und nicht zu einem dauerhaften „Wir gegen die“ führen. 

Tipp der Woche 

Wenn sich Ihr Team diese Woche wieder über eine andere Abteilung beschwert, sagen Sie nicht sofort: „Das kläre ich.“ 

Fragen Sie stattdessen: 

„Was genau ist passiert und was wäre aus Ihrer Sicht eine gute Lösung?“ 

So wird aus einer emotionalen Beschwerde ein konkretes Führungsthema. 

Denn gute Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass alle Abteilungen gleich denken. Sie bedeutet, dass sie miteinander statt übereinander sprechen. 

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Gemeinsam bringen Ihr Team zum Leuchten!