Folge 97: Privat ist privat – oder doch nicht? (30. August 2026)

Kennen Sie das?

Eine Mitarbeiterin wirkt plötzlich unkonzentriert, ein Mitarbeiter ist gereizter als sonst oder jemand fehlt häufiger. Als Führungskraft fragt man sich natürlich, ob private Gründe dahinterstecken.

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen kennt man sich häufig persönlich sehr gut. Man weiß, was im Leben der Kolleginnen und Kollegen gerade passiert, und möchte selbstverständlich Verständnis zeigen. Doch genau hier ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Ein Praxisbeispiel zeigt, warum es wichtig ist, private Hintergründe und berufliche Auswirkungen voneinander zu trennen. Eine Mitarbeiterin war aufgrund einer schwierigen privaten Situation zunehmend unkonzentriert und machte mehr Fehler. Die Führungskraft zeigte Verständnis, sprach aber gleichzeitig die konkreten Auswirkungen auf die Arbeit an.

Die Mitarbeiterin musste keine privaten Details offenlegen. Stattdessen wurde gemeinsam überlegt, welche Unterstützung im beruflichen Rahmen möglich ist.

Die 4,33 Erfolgsfaktoren aus dieser Folge:

Tipp 1

Zeigen Sie Interesse und Verständnis, ohne Ihre Mitarbeiter nach privaten Details zu fragen, die Sie für Ihre Führungsaufgabe nicht benötigen.

Tipp 2

Sprechen Sie über die Auswirkungen auf die Arbeit. Entscheidend ist nicht immer, warum jemand Schwierigkeiten hat, sondern was sich im Arbeitsalltag konkret verändert.

Tipp 3

Behandeln Sie persönliche Informationen vertraulich und machen Sie private Themen nicht ungefragt zum Gesprächsthema im Team.

Tipp 4

Achten Sie darauf, dass persönliche Nähe nicht zu unterschiedlichen Maßstäben führt. Individuelle Lösungen sind möglich, sollten aber nachvollziehbar und fair bleiben.

Tipp 4,33

Gute Führung bedeutet, menschlich nah zu sein, ohne die professionelle Grenze aufzugeben.

Tipp der Woche

Denken Sie an einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, bei dem Sie aktuell wissen, dass privat etwas schwierig ist.

Fragen Sie sich:

„Was muss ich als Führungskraft tatsächlich wissen und was geht mich privat nichts an?“

Diese einfache Frage hilft dabei, die richtige Balance zwischen Verständnis und professioneller Führung zu finden. Denn gute Führung bedeutet nicht, alles über seine Mitarbeiter zu wissen. Sie bedeutet, hinzusehen, zuzuhören und trotzdem klare Grenzen zu behalten.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Gemeinsam bringen Ihr Team zum Leuchten!